Schlafstörungen, was tun?

Ursachen von Schlafstoerungen beseitigen und endlich wieder gut schlafen

Träume oder Albträume?

Mittwoch 23. Februar 2011 von Schlafratgeber

Wie wir träumen und warum.

Hochzeit mit Tom Cruise, wilde Verfolgungsjagden durch Gänseblümchenwälder oder Regen, der von der Zimmerdecke fällt: Jeder Mensch hatte nachts schon das ein oder andere bizarre Erlebnis. Mit  Ruhe hat Schlafen also nicht viel zu tun. Menschen drehen sich die gesamte Nacht unbewusst hin und her, auch ihr Gehirn ist oft aktiver als im Wachzustand. Das zeigt sich vor allem in den Träumen – auch wenn sich viele morgens nach dem Aufwachen oft nicht mehr an sie erinnern können.

Nichts als Gespenster

Was sich im Traum als vollkommen real anfühlt, entpuppt sich nach dem Aufwachen als Hirngespinst. Und wer glaubt, nur selten zu träumen, irrt. Normalerweise verbringt ein Mensch bis zu einem Viertel der Nacht mit dem Träumen. Denn jede Tiefschlafphase wird durch vier bis fünf Traumschlafphasen unterbrochen. Diese kommen alle 90 Minuten wieder und verlängern sich im Laufe der Nacht. Im Morgengrauen werden die Traumphasen nur noch von leichtem Schlaf unterbrochen. Deswegen können sich Menschen morgens direkt nach dem Aufwachen auch einfacher an den Traum erinnern.

REM – Nachtaktive Menschen

Während einer Traumphase ist der Körper besonders aktiv. Die Atmung ist unregelmäßig, die Herzfrequenz schwankt und der Blutdruck steigt. Gehirn und Sexualorgane werden besser durchblutet und der Cortisol-Spiegel sinkt. Experten nennen diese Schlafphase auch REM-Schlaf (engl. “rapid eye movement”). Denn charakteristisch ist dabei, dass die Augen des Schläfers sich schnell von rechts nach links bewegen.

Warum Menschen träumen

Es gibt viele Theorien, warum ein Mensch träumt. Schlafforscher nehmen an, dass das Gehirn im Schlaf seinen Speicherplatz neu organisiert. Andere vermuten, dass Menschen im Schlaf belastende Tagesereignisse verarbeiten oder versuchen Problemlösungen zu entwickeln, die allerdings in der Wirklichkeit oft so nicht durchzuführen sind. Die Traumbilder entstehen, weil der sogenannte sekundäre visuelle Kortex im Gehirn während des Schlafes aktiv ist. Im Wachzustand hilft er, Eindrücke und Informationen zu verwerten. Im Schlaf wird alles, was Menschen erlebt und gesehen haben, noch einmal angeschaut. Da die Augen geschlossen sind, setzen sich die gespeicherten Informationen aus dem Gehirn zu einem innerlichen, neuen Bild zusammen.

Albträume – nächtlicher Horrortrip

Rund 50 Prozent aller Menschen hatten schon einmal einen klassischen Albtraum: er handelt typischerweise von unlösbaren Problemen, Stürzen ins Bodenlose oder Verfolgungen. Schlechte Träume können so intensiv wirken, dass der Schlafende schweißgebadet und mit Herzrasen aufwacht. Aber auch wenn sie unangenehm sind – Albträume sind ganz normal, sofern sie nicht zu oft auftreten und nicht zu sehr belasten.

Die Ursache für den nächtlichen Horrortrip können zum Beispiel beängstigende Erlebnisse in der Vergangenheit sein, zum Beispiel ein schwerer Unfall oder der Tod eines geliebten Menschen. Auch Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung haben oft Albträume – sie  sollten psychologische Hilfe aufsuchen. Daneben können Medikamente, zum Beispiel gegen Bluthochdruck und Parkinson, Angstträume auslösen. Bei Kindern, die von schlechten Träumen geplagt sind, hilft oft schon ein Fernsehverzicht, um das Übel zu beenden.

Nächtliche Panik

Besonders Kinder bis 15 Jahren schrecken nachts oft laut schreiend aus dem Schlaf. Der sogenannte Nachtmahr oder “Pavor nocturnus” hat aber nichts mit schlechten Träumen zu tun. In der ersten Nachthälfte findet aus dem Tiefschlaf, und nicht wie bei einem Traum aus der Traumphase, eine rein körperliche Aktivierung statt. Das Herz beginnt schneller zu schlagen, der Schlafende wird unruhig und leidet unter Erstickungsgefühlen, auch wenn er kein Atmungsproblem hat. Die Ursache ist unbekannt. Experten vermuten neben einer genetischen Ursache auch ungelöste Probleme, die sich auf diese Weise äußern.

Möglicherweise spielt der Reifeprozess eines Menschen eine Rolle. Dafür spricht die Tatsache, dass vor allem Kinder davon betroffen sind und nur wenige Erwachsene. Tritt der Nachtmahr bei Erwachsenen auf, steckt möglicherweise auch eine Krankheit oder Stress dahinter. Ein Schlaflabor kann in diesem Fall helfen, die wahre Ursache herauszufinden. Quell: netdoktor

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Schlafstörungen, Schlaflosigkeit usw.: Ein hoher Preis der Müdigkeit

Mittwoch 23. Februar 2011 von Schlafratgeber

Schlafstörungen können zu extremer Schläfrigkeit am Tag führen.

Die Folgen für die Betroffenen sind massiv. Die Tagesmüdigkeit (Hypersomnie) schmälert die Lebensqualität, zerrüttet die Gesundheit und kann zu Arbeitslosigkeit führen. Das ist das Ergebnis der bislang größten Untersuchung zu diesem Thema, das dänische Forscher in der Zeitschrift “Acta Neurologica Scandinavica” publizieren.

Vor allem Menschen die unter nächtlichen Atemproblemen leiden, sind tagsüber häufig extrem müde. Dazu gehören starke Schnarcher und Menschen mit Schlafapnoe, aber auch Menschen, die wegen ihres Übergewichts nachts schlechter Luft bekommen. Durch die Luftnot schlafen sie weniger tief und wachen zwischendurch häufiger auf als gesunde Schläfer. Ebenso von Hypersomnie betroffen sind Menschen, die unter Narkolepsie leiden, einer neurologisch bedingten Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus und Menschen mit dem Restless-Legs-Syndrom.

Für ihre Studie begleitete das Team um Prof. Poul Jennum von der Universität Kopenhagen mehr als 2.200 Patienten mit Tagesmüdigkeit und mehr als 8.800 gesunde Probanden über einen Zeitraum von sieben Jahren. Einer von vier Hypersomnieprobanden musste sich in dieser Zeit wegen verschiedener Erkrankungen im Krankenhaus behandeln lassen. Von den Teilnehmern ohne die Schlafstörung war es nur jeder zehnte.

Schlafstörungen - endlich wieder gut schlafen können

78 Prozent der Schlafgestörten nahmen Medikamente ein, aber nur 68 Prozent der Teilnehmer ohne Schlafprobleme. Auch die Fähigkeit, finanziell allein über die Runden zu kommen, war durch die Schafstörung beeinträchtigt: So erhielten 47 Prozent der Patientengruppe irgendeine Form der staatlichen Unterstützung aber nur 35 Prozent der Teilnehmer aus der Kontrollgruppe. Als Grund dafür vermuten die Forscher eine geringere berufliche Belastbarkeit  und mehr Fehltage. Blieb die Schlafstörung unbehandelt, erhöhte sie das Risiko, arbeitslos zu werden, um 30 Prozent.

Fehlzeiten, Arbeitslosigkeit, medizinsiche Versorgung und staatliche Unterstützung der Schlafgestörten belasten auch die Gesellschaft. So errechneten die Forscher, dass jeder der Patienten Staat und Gesellschaft mehr als 10.000 Euro jährlich kostete.

Quelle: netdoktor

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Der Vollmond verursacht Schlafstörungen

Dienstag 22. Februar 2011 von Schlafratgeber

Verursacht Vollmond wirklich Schlafstörungen und führt zu mehr Selbstmorden oder handelt es sich hier doch eher um einen Mythos?

Viele Menschen kennen das Problem: Obwohl der Körper erschöpft ist, das Gehirn nach Ruhe schreit, will sich der erlösende Schlaf nicht einstellen. Man steht auf, trinkt ein Glas warme Milch, schaut ein wenig fern und wagt einen neuen Versuch. Doch, selbst, wenn man dann endlich eingeschlafen ist, bleibt die Erholung aus. Man wirft sich hin und her, wacht mehrmals in der Nacht auf, erholsamer Tiefschlaf ist nicht möglich. Morgens dann, das Laken ist zerwühlt, die Haare stehen in wirren Büscheln vom Kopf ab, der Körper ist unausgeruht und ruhelos. Der Blick geht aus dem Fenster, und da ist er: Ein großer runder Vollmond thront am Himmel. Schnell ist die Verbindung hergestellt: der Himmelskörper muss für die Schlafstörungen verantwortlich sein. Und tatsächlich sind viele Menschen von der Stör-Wirkung des Mondes überzeugt.

Mondhelle Nächte
Forscher sagen, dass vor allem die Helligkeit des Vollmonds für Schlaflosigkeit sorgt. Die strahlende Lichtquelle vermeldet dem Körper, dass der Tag begonnen hat, woraufhin weniger des Schlafhormons Melatonin gebildet wird. Die Folge: Die Menschen sind nachts erstaunlich munter und können nur sehr schlecht schlafen. Auch das Schlafwandeln- medizinisch betrachtet eine Aufwachstörung- wird mit dem Vollmond in Zusammenhang gebracht. Viele Menschen zeigen sich von der Anwesenheit des Vollmondes aber auch gänzlich unbeeindruckt, sie schlafen tief und fest und bemerken von der negativen Wirkung des Monds wenig.

Schlafstörungen - endlich wieder gut schlafen können

Mond- der wechselhafte Begleiter
Aber dem Mond werden auch noch eine Reihe weiterer Eigenschaften zugesprochen, so ist er angeblich in der Lage, das Böse im Menschen hervorlocken. Vormals friedliche Menschen sollen sich in aggressive Gestalten verwandeln, sobald der runde Mond am Himmel steht. Bereits mittelalterliche Astrologen verwiesen auf den Zusammenhang zwischen Mondphase und menschlicher Gemütslage. Lunatismus beispielsweise bezeichnete eine Form des Nachtwandelns. Das deutsche Wort „Laune“ stammt direkt vom Mondwort “Luna“ ab, launisch, das daraus gebildete Adjektiv benennt Menschen, die von unbeständigen Stimmungen beherrscht werden. Und Verrückte heißen im Englischen gar „lunatics“.

Der Lunar-Effekt
Der Psychiater Arnold L. Lieber ist der Namenspate für den sogenannten Lunar-Effekt, der oft auch als Transsylvanische Hypothese bezeichnet wird. Er knüpfte in seinem Buch: „Der Lunar-Effekt. Wie der Mond Sie beeinflusst“ die Verbindung aus Vollmondnächten und kriminellen Handlungen her, die er in Miami und Cleveland untersucht hatte. Aber nicht nur er ist von den manipulativen Kräften des Vollmonds überzeugt. In Psychiatrien und Krankenhäusern meint man, in Vollmondnächten besonders viel Aktivität wahrzunehmen. So zeigen Schizophrenie-Patienten das ganze Spektrum ihres Wahns und Notaufnahmen sind überfüllt, weil die Unfall- und Tötungsrate dramatisch nach oben schnellt. Auch Kidnappingfälle, häusliche Gewalt, Geburten oder Selbstmorde sollen in Vollmondnächten überproportional häufig vorkommen.

Mondwissenschaften- esoterisches Halbwissen
Obwohl es bereits viele Versuche gegeben hat, den Einfluss des Vollmonds zu beweisen, stellen Wissenschaftler immer wieder fest, dass die Macht des Mondes vor allem in den Köpfen der Menschen existiert. Von Esoterik, Pseudowissenschaft oder Aberglaube ist oft die Rede, wenn der Einfluss des Mondes untersucht werden soll.
Ivan Kelly, James Rotton and Roger Culver (1996) untersuchten 100 Studien, die über den Lunar-Effekt angefertigt wurden und kamen zu dem Ergebnis, dass all diese Untersuchungen keine zuverlässige und signifikante Verbindung zwischen bestimmten Phänomenen oder Verhaltensweisen aufzeigen konnten. Die Forscher wiesen statistische Fehler und argumentative Schwächen fest, die eine objektive Beweisführung unmöglich macht.

Menschlicher (Aber-)Glaube unerschütterlich
Die drei Wissenschaftler machen vor allem die Medien dafür verantwortlich, dass Menschen, trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Belege, weiterhin an die unheimliche Kraft des Mondes glauben. So wird in zahlreichen Filmen, Büchern oder Geschichten der Mythos aufrechterhalten. Werwölfe bilden die bildgewaltige und fantasievolle Grundlage vieler Hollywoodstreifen und der transsylvanische Vampir Dracula entfaltet besonders an Vollmondnächten seine ganze grausame Anziehungskraft. Hinzu kommt eine selektive Wahrnehmung: Wenn etwas Unheilvolles geschieht, gibt man dem Vollmond die alleinige Schuld, treten keine solchen Ereignisse auf, haben sie auch keine Bewandtnis.

Ursprung all dieser Legenden sind alte Mondmythen, die über Generationen weitergetragen wurden und sich in falsche Annahmen verwandelt haben. Die Menschen meinen, dass, wenn der Mond, stark genug, um die Gezeiten zu beeinflussen, auch den Menschen nicht ungelenkt lassen kann. Da der menschliche Organismus zu einem Großteil aus Wasser besteht, soll auch er vom Mond entscheidend geprägt werden. Aber anders, als oft vermutete Zusammenhänge, hängt der Mond bestimmende Einfluss nicht mit der Mondphase zusammen sondern mit seiner Distanz zur Erde. Quelle: hilfreich.de

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Den Schlaftrhythmus können wir nicht wirklich beeinflussen

Montag 21. Februar 2011 von Schlafratgeber

Der Schlaf ist für das Wohlergehen des Menschen notwendig.

Er bildet eine für das Leben unerlässliche Phase, indem er den physischen und sozialen Alltagsstress vergessen hilft. Sich schlafen zu legen, löst seelische und gefühlsmäßige Belastungen und entspannt übermüdete Muskeln. Sich ins Bett zu legen und zu schlafen, gleicht die Schwierigkeiten des Lebens wieder aus. Insgesamt verschlafen wir rund ein Drittel unseres Lebens. Ein Drittel, an das wir uns nicht erinnern, außer dass für eine Weile bruchstückhafte Traumfetzen in unserem Gedächtnis hängen bleiben.

Schlaf ist ein globales Phänomen und bei allen Lebewesen nachweisbar. Ruhe- und Aktivitätsphasen findet man schon bei Bakterien und Insekten. Sogar Körperzellen „schlafen“ und „wachen“, da bestimmte Gene nur zu bestimmten Zeiten ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden. Dementsprechend folgt unser Schlaf-wach-Verhalten einer Rhythmizität, welcher das ganze Leben unterworfen ist.

 

Rhythmischer Gleichklang – spontane Synchronisation

Das Phänomen der spontanen Synchronisation ist in der Natur weit verbreitet. So schalten z.B. Leuchtkäfer ihr Licht zeitgleich mit Einbruch der Abenddämmerung ein. Fliegen zwei Leuchtkäfer nahe genug beieinander, so synchronisieren sie ihr Glühen. Sie blinken quasi unisono, um den Paarungserfolg mit ihren weiblichen Geschlechtsgenossinnen zu verstärken.

Ähnlich verhält es sich auch mit unserem Schlaf-wach-Rhythmus. Wir meinen zwar, dass wir ihn bewusst steuern, indem wir uns nachts schlafen legen und das morgendliche Aufwachen durch den gestellten Wecker erzwingen lassen. In Wahrheit findet aber eine Synchronisation des Schlaf-wach-Wechsels mit dem Licht-Dunkel- oder dem Tag-Nacht-Wechsel statt. Beim Menschen dauert es ungefähr das erste Lebensjahr, bis diese Abstimmung ins Lot kommt. Manche schaffen es früher, manche später. Die Abgleichung des Schlaf-wach- mit dem Tag-Nacht-Wechsel geschieht aber nicht passiv, sondern wird von einer stecknadelgroßen Hirnregion aktiv gesteuert.

Schlafstörungen - endlich wieder gut schlafen können

Die Uhr sitzt also im Kopf und gibt, ähnlich einem Herzschrittmacher, einen Takt vor – in diesem Fall einen 24-Stunden-Takt, der im Fachjargon „zirkadianer“ Takt heißt (circa diem = ungefähr ein Tag). Neben dem Schlaf steuert diese Uhr praktisch alle rhythmischen Tag-Nacht-Phänome?ne in unserem Körper. So ist die Leber am Tag eine andere als in der Nacht (wichtig für den Alkoholabbau im Blut). Der Herzschlag und der Blutdruck sowie die Körpertemperatur unterliegen dem Diktat der Hirnuhr. Viele Hormone wie zum Beispiel Melatonin oder Kortisol zeigen tagesrhythmische Schwankungen. Auch unser Befinden, die geistige Leistungsfähigkeit und unsere Stimmung pendeln im 24-Stunden-Takt. Wir spüren diesen Einfluss jedoch nur, wenn wir ein „modernes“ Leben führen – in ferne Länder fliegen (Jetlag) oder Schichtarbeit leisten müssen. Tatsachen, welche in unserer Gesellschaft immer häufiger vorkommen und deren Folgen für die Gesundheit des Menschen noch immer zu wenig Beachtung beigemessen wird.

Rhythmus im Schlaf

Schon seit der Entdeckung der Hirnstrommessung durch Hans Berger in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war klar, dass das Gehirn immerzu aktiv ist und in verschiedenen Rhythmen schwingt. Das Schwingungsmuster der Hirnwellen verändert sich kontinuierlich vom Wachsein über das Einschlummern bis hin zum Tiefschlaf von einem schnell getakteten oberflächlichen Wachrhythmus zu einem langsamen und weit ausholenden Rhythmus im Tiefschlaf. Im tiefsten Tiefschlaf sind die Hirnwellen extrem synchronisiert, wie bei einem Orchester, in dem alle Instrumente präzise den gleichen Takt spielen – ohne Gegentakt und mit maximaler Stärke. In diesem Schlafstadium braucht es bei guten Tiefschläfern den Lärm eines startenden Flugzeuges, um sie wieder aus Morpheus’ Armen zu holen.

Der Dirigent dieses Schlaforchesters sitzt in einem bestimmten Hirngebiet, das praktisch alle Spieler – sprich Hirnregionen – durch die nächtliche Schlafsymphonie führt. Der Vergleich mit einem Orchester ist gar nicht so abwegig, versuchten doch schon viele Tonkünstler, das nächtliche Schwingungsmuster der Hirnwellen in Musik umzuwandeln. Wenn man sich von Berufs wegen mit Schlaf beschäftigt, ist es immer wieder faszinierend, das Hirnwellenmuster einer schlafenden Person zu beobachten. Spitzen, Täler und rasche Zacken ziehen wellenartig vom linken zum rechten Bildschirmrand des Computers, wie Hieroglyphen aus einer anderen Welt, die immer noch nicht entschlüsselt sind.

So wissen wir nicht, warum wir pro Nacht vier bis sechs Schlafzyklen durchschlafen, die immer mit einer Phase abgeschlossen werden, während der sich unsere Augen wild unter den geschlossenen Lidern bewegen, der so genannten REM(Rapid Eye Movement)-Phase. Auch wissen wir nicht, warum wir träumen und warum unsere Träume vor allem in der REM-Phase emotional und stark skurril gefärbt sein können. Was man aber auf jeden Fall weiß, ist, dass die verschiedenen Hirnwellenmuster während des Schlafes für die Verarbeitung von Gedächtnisinhalten vorangegangener Tage, das Festigen von Erlerntem, die Stärkung des Immunsystems, das Wachstum von neuen Zellen und vieles mehr sehr förderlich sind.

Sofern wir nicht jäh von einem Wecker aus dem Schlaf gerissen werden, sorgt die Hirnuhr dafür, dass wir nicht ewig schlafen. Etwa zwei bis drei Stunden vor dem eigentlichen Erwachen wird der Motor langsam angeworfen: Die Melatoninproduktion im Schlaf wird gestoppt, und Körpertemperatur, Herzfrequenz und Kortisolspiegel steigen kontinuierlich an, damit uns das Aufwachen möglichst leicht fällt. Es scheint, als ob das Aufstehen bereits Stunden vor dem erwarteten Sonnenaufgang aktiv eingeleitet wird.

Übrigens vermeiden die Eskimos ein plötzliches Aufstehen am Morgen, vor allem im tiefsten Polarwinter, wenn die Nächte ewig dauern. Laut dem Ethnologen Jean Malaurie vergeht gut eine halbe Stunde, in der jeder auf seine Art seine eigene Trägheit genießt. Man erhebt sich niemals unvermittelt, denn die Inuit meinen, dass die Seele beim Wachwerden wieder in den Körper des Eingeschlafenen zurückkehren muss. Man darf also nie plötzlich aufstehen, will man vermeiden, dieses „Seelchengewimmel“ zu stören. Ob damit das sehr niedrige Herzinfarktrisiko bei den Inuit zusammenhängt, bleibt dahingestellt.

In unseren Breitengraden ist das Herzinfarktrisiko jedenfalls in den Morgenstunden um die Aufstehzeit am höchsten.

Warum müssen wir schlafen?

Die Antwort ist einfach und heißt „Erholung“. Immer wenn wir krank werden, verletzt sind oder uns von einer stressvollen Situation erholen wollen, legen wir uns hin und versuchen zu schlafen. Hirnverletzte Menschen schlafen zunächst viel, und mit dem Grad der Erholung von der Verletzung erholt sich auch das Wachsein. Es scheint, als ob wir schlafen, um wach sein zu können. Es gibt Menschen, die längere Zeit ohne Nahrung auskommen können, es gibt aber niemanden, der ohne Schlaf auskommt. Der Weltrekord liegt bei elf Tagen ohne Schlaf. Schlaf ist ein Grundbedürfnis. Der Hunger nach Schlaf geht nie verloren, wohingegen das Hungergefühl beim Essen nach zwei bis vier Tagen Fasten verschwindet. Wie der Tag-Nacht-Wechsel ist der Schlaf einer rhythmischen Schlaf-wach-Abfolge unterworfen, die interessanterweise beide im Takt ticken. Trotz technischer Errungenschaften wie dem Flugzeug und dem künstlichen Licht, die uns den Schlaf und das Wachsein zu allen möglichen Tageszeiten ermöglichen, fällt es uns schwer, Schicht zu arbeiten oder mehrere Zeitzonen zu überwinden.

Das Diktat der inneren physiologischen Uhr ist so stark, dass sie sich durch „moderne“ Hilfsmittel nicht einfach umprogrammieren lässt. Der Mensch und andere Lebewesen sind eigentlich Uhren, die mit rhythmischen Abfolgen auf verschiedenen Ebenen, von den Genen bis hin zum Verhalten, auf unterschiedliche Umwelteinflüsse antworten. Eine dieser Antworten ist der Schlaf, der unbedingt respektiert und gepflegt werden sollte, um Raubbau an der eigenen Gesundheit zu vermeiden. Übrigens, laut einer Untersuchung in den USA betrugen die Kosten für Unfälle, die auf Schlafmangel zurückzuführen waren, bereits vor 20 Jahren 56 Milliarden Dollar.

Quelle: das schlafmagazin

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