Schlafstörungen, was tun?

Ursachen von Schlafstoerungen beseitigen und endlich wieder gut schlafen

Den Schlaftrhythmus können wir nicht wirklich beeinflussen

Montag 21. Februar 2011 von Schlafratgeber

Der Schlaf ist für das Wohlergehen des Menschen notwendig.

Er bildet eine für das Leben unerlässliche Phase, indem er den physischen und sozialen Alltagsstress vergessen hilft. Sich schlafen zu legen, löst seelische und gefühlsmäßige Belastungen und entspannt übermüdete Muskeln. Sich ins Bett zu legen und zu schlafen, gleicht die Schwierigkeiten des Lebens wieder aus. Insgesamt verschlafen wir rund ein Drittel unseres Lebens. Ein Drittel, an das wir uns nicht erinnern, außer dass für eine Weile bruchstückhafte Traumfetzen in unserem Gedächtnis hängen bleiben.

Schlaf ist ein globales Phänomen und bei allen Lebewesen nachweisbar. Ruhe- und Aktivitätsphasen findet man schon bei Bakterien und Insekten. Sogar Körperzellen „schlafen“ und „wachen“, da bestimmte Gene nur zu bestimmten Zeiten ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden. Dementsprechend folgt unser Schlaf-wach-Verhalten einer Rhythmizität, welcher das ganze Leben unterworfen ist.

 

Rhythmischer Gleichklang – spontane Synchronisation

Das Phänomen der spontanen Synchronisation ist in der Natur weit verbreitet. So schalten z.B. Leuchtkäfer ihr Licht zeitgleich mit Einbruch der Abenddämmerung ein. Fliegen zwei Leuchtkäfer nahe genug beieinander, so synchronisieren sie ihr Glühen. Sie blinken quasi unisono, um den Paarungserfolg mit ihren weiblichen Geschlechtsgenossinnen zu verstärken.

Ähnlich verhält es sich auch mit unserem Schlaf-wach-Rhythmus. Wir meinen zwar, dass wir ihn bewusst steuern, indem wir uns nachts schlafen legen und das morgendliche Aufwachen durch den gestellten Wecker erzwingen lassen. In Wahrheit findet aber eine Synchronisation des Schlaf-wach-Wechsels mit dem Licht-Dunkel- oder dem Tag-Nacht-Wechsel statt. Beim Menschen dauert es ungefähr das erste Lebensjahr, bis diese Abstimmung ins Lot kommt. Manche schaffen es früher, manche später. Die Abgleichung des Schlaf-wach- mit dem Tag-Nacht-Wechsel geschieht aber nicht passiv, sondern wird von einer stecknadelgroßen Hirnregion aktiv gesteuert.

Schlafstörungen - endlich wieder gut schlafen können

Die Uhr sitzt also im Kopf und gibt, ähnlich einem Herzschrittmacher, einen Takt vor – in diesem Fall einen 24-Stunden-Takt, der im Fachjargon „zirkadianer“ Takt heißt (circa diem = ungefähr ein Tag). Neben dem Schlaf steuert diese Uhr praktisch alle rhythmischen Tag-Nacht-Phänome?ne in unserem Körper. So ist die Leber am Tag eine andere als in der Nacht (wichtig für den Alkoholabbau im Blut). Der Herzschlag und der Blutdruck sowie die Körpertemperatur unterliegen dem Diktat der Hirnuhr. Viele Hormone wie zum Beispiel Melatonin oder Kortisol zeigen tagesrhythmische Schwankungen. Auch unser Befinden, die geistige Leistungsfähigkeit und unsere Stimmung pendeln im 24-Stunden-Takt. Wir spüren diesen Einfluss jedoch nur, wenn wir ein „modernes“ Leben führen – in ferne Länder fliegen (Jetlag) oder Schichtarbeit leisten müssen. Tatsachen, welche in unserer Gesellschaft immer häufiger vorkommen und deren Folgen für die Gesundheit des Menschen noch immer zu wenig Beachtung beigemessen wird.

Rhythmus im Schlaf

Schon seit der Entdeckung der Hirnstrommessung durch Hans Berger in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war klar, dass das Gehirn immerzu aktiv ist und in verschiedenen Rhythmen schwingt. Das Schwingungsmuster der Hirnwellen verändert sich kontinuierlich vom Wachsein über das Einschlummern bis hin zum Tiefschlaf von einem schnell getakteten oberflächlichen Wachrhythmus zu einem langsamen und weit ausholenden Rhythmus im Tiefschlaf. Im tiefsten Tiefschlaf sind die Hirnwellen extrem synchronisiert, wie bei einem Orchester, in dem alle Instrumente präzise den gleichen Takt spielen – ohne Gegentakt und mit maximaler Stärke. In diesem Schlafstadium braucht es bei guten Tiefschläfern den Lärm eines startenden Flugzeuges, um sie wieder aus Morpheus’ Armen zu holen.

Der Dirigent dieses Schlaforchesters sitzt in einem bestimmten Hirngebiet, das praktisch alle Spieler – sprich Hirnregionen – durch die nächtliche Schlafsymphonie führt. Der Vergleich mit einem Orchester ist gar nicht so abwegig, versuchten doch schon viele Tonkünstler, das nächtliche Schwingungsmuster der Hirnwellen in Musik umzuwandeln. Wenn man sich von Berufs wegen mit Schlaf beschäftigt, ist es immer wieder faszinierend, das Hirnwellenmuster einer schlafenden Person zu beobachten. Spitzen, Täler und rasche Zacken ziehen wellenartig vom linken zum rechten Bildschirmrand des Computers, wie Hieroglyphen aus einer anderen Welt, die immer noch nicht entschlüsselt sind.

So wissen wir nicht, warum wir pro Nacht vier bis sechs Schlafzyklen durchschlafen, die immer mit einer Phase abgeschlossen werden, während der sich unsere Augen wild unter den geschlossenen Lidern bewegen, der so genannten REM(Rapid Eye Movement)-Phase. Auch wissen wir nicht, warum wir träumen und warum unsere Träume vor allem in der REM-Phase emotional und stark skurril gefärbt sein können. Was man aber auf jeden Fall weiß, ist, dass die verschiedenen Hirnwellenmuster während des Schlafes für die Verarbeitung von Gedächtnisinhalten vorangegangener Tage, das Festigen von Erlerntem, die Stärkung des Immunsystems, das Wachstum von neuen Zellen und vieles mehr sehr förderlich sind.

Sofern wir nicht jäh von einem Wecker aus dem Schlaf gerissen werden, sorgt die Hirnuhr dafür, dass wir nicht ewig schlafen. Etwa zwei bis drei Stunden vor dem eigentlichen Erwachen wird der Motor langsam angeworfen: Die Melatoninproduktion im Schlaf wird gestoppt, und Körpertemperatur, Herzfrequenz und Kortisolspiegel steigen kontinuierlich an, damit uns das Aufwachen möglichst leicht fällt. Es scheint, als ob das Aufstehen bereits Stunden vor dem erwarteten Sonnenaufgang aktiv eingeleitet wird.

Übrigens vermeiden die Eskimos ein plötzliches Aufstehen am Morgen, vor allem im tiefsten Polarwinter, wenn die Nächte ewig dauern. Laut dem Ethnologen Jean Malaurie vergeht gut eine halbe Stunde, in der jeder auf seine Art seine eigene Trägheit genießt. Man erhebt sich niemals unvermittelt, denn die Inuit meinen, dass die Seele beim Wachwerden wieder in den Körper des Eingeschlafenen zurückkehren muss. Man darf also nie plötzlich aufstehen, will man vermeiden, dieses „Seelchengewimmel“ zu stören. Ob damit das sehr niedrige Herzinfarktrisiko bei den Inuit zusammenhängt, bleibt dahingestellt.

In unseren Breitengraden ist das Herzinfarktrisiko jedenfalls in den Morgenstunden um die Aufstehzeit am höchsten.

Warum müssen wir schlafen?

Die Antwort ist einfach und heißt „Erholung“. Immer wenn wir krank werden, verletzt sind oder uns von einer stressvollen Situation erholen wollen, legen wir uns hin und versuchen zu schlafen. Hirnverletzte Menschen schlafen zunächst viel, und mit dem Grad der Erholung von der Verletzung erholt sich auch das Wachsein. Es scheint, als ob wir schlafen, um wach sein zu können. Es gibt Menschen, die längere Zeit ohne Nahrung auskommen können, es gibt aber niemanden, der ohne Schlaf auskommt. Der Weltrekord liegt bei elf Tagen ohne Schlaf. Schlaf ist ein Grundbedürfnis. Der Hunger nach Schlaf geht nie verloren, wohingegen das Hungergefühl beim Essen nach zwei bis vier Tagen Fasten verschwindet. Wie der Tag-Nacht-Wechsel ist der Schlaf einer rhythmischen Schlaf-wach-Abfolge unterworfen, die interessanterweise beide im Takt ticken. Trotz technischer Errungenschaften wie dem Flugzeug und dem künstlichen Licht, die uns den Schlaf und das Wachsein zu allen möglichen Tageszeiten ermöglichen, fällt es uns schwer, Schicht zu arbeiten oder mehrere Zeitzonen zu überwinden.

Das Diktat der inneren physiologischen Uhr ist so stark, dass sie sich durch „moderne“ Hilfsmittel nicht einfach umprogrammieren lässt. Der Mensch und andere Lebewesen sind eigentlich Uhren, die mit rhythmischen Abfolgen auf verschiedenen Ebenen, von den Genen bis hin zum Verhalten, auf unterschiedliche Umwelteinflüsse antworten. Eine dieser Antworten ist der Schlaf, der unbedingt respektiert und gepflegt werden sollte, um Raubbau an der eigenen Gesundheit zu vermeiden. Übrigens, laut einer Untersuchung in den USA betrugen die Kosten für Unfälle, die auf Schlafmangel zurückzuführen waren, bereits vor 20 Jahren 56 Milliarden Dollar.

Quelle: das schlafmagazin

Empfehlen Sie diese Seite auch gern einfach mal weiter…!

Kategorie: Allgemein, Einschlafschwierigkeiten, endlich gut schlafen, endlich wieder gut schlafen, Medikamente zum schlafen, Schlafapnoe, Schlafbedürfnis, Schlafkompression, Schlaflosigkeit, Schlafmangel, schlafprobleme, Schlafresriktion, Schlafstörungen, Schlaftabletten, Schlaftipps, schnarchen | 1 Kommentar »

Jeder 4. Österreicher leidet unter dauernden Schlafstörungen

Montag 21. Februar 2011 von Schlafratgeber

Ein Viertel der österreichischen Bevölkerung

wälzt sich schlaflos im Bett hin und her. Und das hat fatale Folgen: In der Nacht nicht zur Ruhe gekommen, kann die Tagesmüdigkeit zu schweren Fehlern führen. “Bei länger dauernden Schlafstörungen steigt die Unfallwahrscheinlichkeit um 650 Prozent”, sagte der Grazer Schlafforscher Manfred Walzl am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

“Wer nachts nur vier Stunden geschlafen hat, reagiert so, als habe er 0,5 Promille Alkohol im Blut” so Walzl. Eine vollständig durchwachte Nacht entspreche einem Blutalkohol-Gehalt von 0,8 Promille. “Wer schlecht schläft, macht Fehler.” Entscheidend sei jedoch nicht die Schlafmenge für den Erholungswert der Nachtruhe, sondern die ausreichenden Tiefschlaf- und REM-Schlaf-Phasen (Traumphasen). Sie bestimmen die körperliche Fitness und die geistige Leistungsfähigkeit.

Neben körperlichen (u.a. Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom, Jetlag) und geistigen Einflüssen (Stress, Depressionen) dürften auch Magnetfelder die Schlafqualität beeinträchtigen. Allein die Ausrichtung der Betten in Nord-Süd-Achse könne zu einer Änderung der Tiefschlafphase führen, so Walzl. Bei einer Pilot-Studie im Schlaflabor der Landesnervenklinik Graz wurden die Ordnungsprinzipien der Magnetfelder untersucht. Geraten diese nämlich durcheinander, könne dies das Schlafprofil beeinträchtigen.

Schlafstörungen - endlich wieder gut schlafen können

Aber nicht nur die Österreicher sind betroffen. Auch in Deutschland und der Schweiz sind gut 25 Prozent der Menschen von teils starken Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Schlafapnoe, Schlafproblemen in vielfältiger Art und Weise betroffen.

Quelle: APA

Empfehlen Sie diese Seite auch gern einfach mal weiter…!

Kategorie: Allgemein, Einschlafschwierigkeiten, endlich wieder gut schlafen, Medikamente zum schlafen, Schlafapnoe, Schlafkompression, Schlaflosigkeit, Schlafmangel, schlafprobleme, Schlafresriktion, Schlafstörungen, Schlaftabletten, Schlaftipps, schnarchen | Keine Kommentare »

Schlafstörungen und Depressionen

Montag 21. Februar 2011 von Schlafratgeber

Die Beziehung zwischen Schlaf und Gemütszustand

Schlaf und Gemütszustand stehen in einem engen Zusammenhang. Schlaf wirkt sich auf die allgemeine Stimmungslage aus und diese wiederum auf den Schlaf. Unzureichender Schlaf kann nicht nur zu Müdigkeit und Schläfrigkeit, sondern auch zu Depressionen führen. Umgekehrt können Depressionen die Ursache für Schlafprobleme sein, die sich z. B. in übermäßigem oder auch unzureichendem Schlaf ausdrücken. Schlafstörungen dieser Art können nur behoben werden, wenn sie ursachengerecht behandelt werden.

Schlaf und Gemütszustand – ein empfindliches Gleichgewicht
Zunächst muss festgestellt werden, ob die eigentliche Ursache für die Beeinträchtigung der Gesundheit im Schlaf oder in der Gemütsverfassung liegt. Die beiden folgenden Beispiele erläutern das empfindliche Gleichgewicht, das zwischen beiden besteht:

Beispiel 1: In schweren Fällen von Obstruktiver Schlafapnoe – einer schlafbezogenen Atmungsstörung, die mit lautem unregelmäßigem Schnarchen einher geht – kommt es nachts wiederholt zu kurzen Schlafunterbrechungen, die in der Schlafmedizin als Arousals bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich um Weckreaktionen, die allerdings so kurz und unvollständig sind, dass sich die Betroffenen am nächsten Morgen in der Regel nicht an sie erinnern können. Aufgrund des häufigen, durch Atmungsschwierigkeiten verursachten Aufwachens, erhalten die Betroffenen nie ausreichend Schlaf. Am Morgen fühlen sie sich, als hätten sie nicht oder kaum geschlafen. Obwohl die Auswirkungen der Schlafapnoe auf einzelne Patienten unterschiedlich sind, klagen fast alle über Abgespanntheit und/oder Müdigkeit am Tage. Durch die anhaltende Müdigkeit werden die Energiereserven verbraucht und bei manchen Patienten werden Depressionen ausgelöst.

Schlafstörungen - endlich wieder gut schlafen können

Hier würde die ausschließliche Behandlung der Depressionen nach aller Wahrscheinlichkeit zu keinem Erfolg führen, da die eigentlichen Ursachen nicht beseitigt werden. Vielmehr muss in diesen Fällen die Schlafapnoe direkt behandelt werden, z. B. mit Hilfe einer nasalen Beatmungsmaske. Nach erfolgreicher Behandlung der Schlafapnoe und Wiederherstellung eines erholsamen Schlafes werden die verbrauchten Energiereserven aufgebaut und die Depressionen klingen ab. Die Ursache für die Depressionen liegt in diesem Fall eindeutig in der schlafbezogenen Atmungsstörung.

Beispiel 2: Insomnie stellt eine weitere, häufig auftretende Schlafstörung dar. Hierbei handelt es sich um die Schwierigkeit, ein- und/oder durchzuschlafen. Insomnie-Patienten, die in den frühen Morgenstunden aufwachen, leiden möglicherweise an Depressionen. Aus bisher nicht bekannten Gründen wachen manche Patienten mit Depressionen zu früh aus ihrem Nachtschlaf auf und können anschließend nicht mehr einschlafen. In diesem Fall muss die Behandlung bei den Depressionen selber ansetzen, bei derem erfolgreichen Verlauf gleichzeitig Schlafstörungen beseitigt werden.

Andere Wechselbeziehungen
Die beiden Beispiele erläutern den Zusammenhang, der zwischen Depressionen und den beiden häufig auftretenden Schlafstörungen “Obstruktive Schlafapnoe” und “Insomnie” besteht, die direkt und einfach behandelt werden können. Auch andere Schlafstörungen, wie z. B. das Syndrom der ruhelosen Beine (Restless-Legs-Syndrom = RLS) oder Periodische Bewegungen der Gliedmaßen (Periodic limb movement disorder = PLMD), die im Wachzustand unkontrollierte Beinbewegungen und im Schlaf Zuckungen in den Beinen auslösen, können aufgrund der Schlafunterbrechungen zu Tagesmüdigkeit und andauernder Schläfrigkeit führen. Die Betroffenen fühlen sich morgens unausgeruht und sind während des gesamten Tages schläfrig. Der Verbrauch der Energiereserven über einen längeren Zeitraum kann ebenfalls zu Depressionen führen.

In vielen Fällen ist eine klare Trennung zwischen Ursache und Wirkung nicht möglich. Manchmal ist die gleichzeitige Behandlung von Schlafstörungen und psychischen Problemen erforderlich, da beide zusammen die Ursache des schlechten Gesundheitszustands bilden. Insomnie kann der Auslöser für Depressionen sein, die sich oftmals über einen langen Zeitraum entwickeln und nicht rechtzeitig erkannt werden. Dann ist es für die Betroffenen von großem Vorteil, Schlafstörungen und Depressionen von Anfang an gleichzeitig zu behandeln. Dies schließt z. B. das Erlernen kognitiver Verhaltensstrategien ein, mit denen sich depressive Gefühle und die Schwierigkeiten, einzuschlafen oder sich wachzuhalten, beeinflussen und steuern lassen. Auch Medikamente gegen Depressionen, die schlaffördernde Substanzen enthalten, eignen sich zur gleichzeitigen Behandlung beider Störungen.

Wann sollten Spezialisten konsultiert werden?
In komplizierteren Fällen sollten Experten, also Schlafmediziner und Psychologen, hinzugezogen werden. Eine Untersuchung in einem Schlafmedizinischen Labor kann für eine klare medizinische Einschätzung des Falls sorgen. Menschen mit Depressionen weisen manchmal ungewöhnliche Schlafmuster im Tief- und Traumschlaf auf. Sie zeigen eher weniger Tiefschlaf und eher mehr Traumschlaf im Vergleich zu Gesunden. Solche Indikatoren sind wichtig für die Diagnose und entscheiden über die Behandlungsmethoden. Wenn Depressionen mit Insomnie einhergehen, verschafft eine Untersuchung der Schlafstruktur im Schlaflabor sowohl dem behandelnden Arzt als auch dem betroffenen Patienten mehr Klarheit über die Zusammenhänge der Erkrankung. Die Berücksichtigung der vollständigen Krankengeschichte liefert ebenfalls entscheidende Informationen für die Diagnostik. Patienten sollten zudem ein Schlaftagebuch führen, in dem sie ihre Schlafgewohnheiten über zwei Wochen hinweg dokumentieren. Die Schlafstruktur gibt nicht nur Aufschluss über die Art von Schlafstörungen, sie liefert gleichzeitig wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose spezifischer Depressionen. Wenn ein Patient mittleren Alters (30 bis 40 Jahre) über Einschlafschwierigkeiten klagt, kann dies auf Depressionen hinweisen. Bei älteren Patienten (über 40 Jahre), die zwar keine Ein-, wohl aber Durchschlafschwierigkeiten aufweisen und zudem morgens zu früh aufwachen, ist aufgrund des Alters die Wahrscheinlichkeit für Depressionen größer.

Schlafhygiene
Unabhängig von der Wechselbeziehung zwischen Schlaf und Depressionen sowie der jeweiligen Therapieansätze kann oft eine deutliche Verbesserung des Schlafs durch schlafhygienische Maßnahmen erreicht werden. Unter Schlafhygiene versteht man die Einhaltung von Verhaltensregeln und Gewohnheiten, die das “Schlafprogramm” fördern und untersützen, indem das Verhalten der inneren biologischen Uhr angepasst wird. Eine Grundregel besteht z. B. darin, jeden Tag – auch am Wochenende – zu regelmäßigen Zeiten aufzustehen bzw. zu Bett zu gehen. Das Bett sollte in erster Linie dem Schlafen dienen. Langes Wachliegen im Bett und quälende Einschlafversuche sind kontraproduktiv und unbedingt zu vermeiden. Wer nicht einschlafen kann, sollte aufstehen und erst dann wieder ins Bett gehen, wenn sich Müdigkeit einstellt. Dies ist allerdings leichter gesagt als getan, da sich die Betroffenen aufgrund der Depressionen ohnehin kraftlos fühlen. Dennoch ist diese Technik sehr geeignet, wieder gesunde Schlafgewohnheiten anzunehmen.

Die Behandlung der Depressionen erfordert eine psychologische oder psychiatrische Betreuung und Beratung. Manchmal muss diese Therapie um eine medikamentöse Therapie ergänzt werden. Eine nicht behandelte Depression kann die Lebensqualität ganz erheblich beeinträchtigen. Eine Therapie benötigt in jedem Fall eine längere Zeit und muss anhaltend verfolgt werden. Ist die depressive Phase überwunden, können die damit verbundenen Schlafstörungen auch aufhören und die alte Lebensqualität kann wieder hergestellt werden.

Zusammenfassung
Schlaf und Depressionen stehen in einer Wechselbeziehung, d. h. sie können sich gegenseitig bedingen bzw. beeinflussen. Bei unkomplizierten Schlafstörungen reicht die Konsultation eines Hausarztes aus, während bei schwierigen Fällen grundsätzlich Schlafmediziner und Psychotherapeuten und/oder Psychologen hinzugezogen werden sollten. Treten Schlafstörungen und Depressionen gleichzeitig, für einen längeren Zeitraum auf, erfordern Diagnostik und Therapie in der Regel viel Zeit und Geduld.

Quelle: charite.de

Kategorie: Allgemein, Einschlafschwierigkeiten, endlich wieder gut schlafen, Medikamente zum schlafen, Schlafapnoe, Schlafkompression, Schlaflosigkeit, Schlafmangel, schlafprobleme, Schlafresriktion, Schlafstörungen, Schlaftabletten, Schlaftipps, schnarchen | 1 Kommentar »

Unruhige Beine können sehr den Schlaf rauben

Montag 21. Februar 2011 von Schlafratgeber

Etwa fünf bis zehn Prozent der Deutschen leiden am Restless-Legs-Syndrom.

An erholsamen Schlaf ist nicht zu denken. Die Folge des Restless-Legs-Syndrom ist Tagesmüdigkeit bis zur völligen Erschöpfung. Das Krankheitsbild RLS (Restless-Legs-Syndrom) gibt Neurologen und Schlafforscher Rätsel auf. Während Betroffene tagsüber stillhalten und sogar ein ungestörtes Nickerchen machen können, entwickelt ihr Körper nachts ein rastloses Eigenleben. Wer an „restless legs“ leidet, spürt gegen Abend und in der Nacht ein ständiges Kribbeln, Ziehen oder Reißen in den Beinen, die außerdem unkontrollierbar zittern können. Das Missbehagen lässt schnell nach, wenn der Betroffene aufsteht und herumgeht, Kniebeugen macht oder die Beine dehnt und streckt. „Manche Patienten wandern jede Nacht mehrere Kilometer“, sagt Christian Maihöfner von der Neurologischen Klinik am Uniklinikum Erlangen.

Chronische Schlafstörungen drohen
Wer Glück hat, kann dann wenigstens einschlafen und eine ruhige Nacht verbringen. Oft aber beginnt die quälende Unruhe der Gliedmaßen gleich wieder, sobald der Patient sich hinlegt. Manche Betroffenen reißt das nächtliche Eigenleben der Beinmuskeln immer wieder aus dem Schlaf. Die Folge sind Tagesmüdigkeit, Erschöpfung und all die anderen typischen Folgen von Schlaflosigkeit. Häufen sich die unruhigen Nächte, drohen chronische Schlafstörungen – und Ärger mit dem Partner, der neben einem Restless-Legs-Patienten ebenfalls nicht nur Ruhe kommt.

Kommunikationsstörung der Nerven
Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Deutschen leiden an unruhigen Beinen. Über die Hälfte sind Frauen. Die genauen Ursachen sind unklar. Vermutlich handelt es sich um eine Fehlfunktion im Nervenstoffwechsel. Der Organismus verarbeitet den Botenstoff Dopamin nicht richtig, der für den Informationsaustausch zwischen Nerven des Bewegungssystems zuständig ist. Es gibt für das Restless-Legs-Syndrom eine genetische Komponente, da die Beschwerden in manchen Familien gehäuft auftreten – selten bereits in der Kindheit, aber oft noch vor dem 30. Lebensjahr. Die Symptome von familiärem RLS sind anfangs eher schwach ausgeprägt, können sich mit den Jahren aber sehr steigern.

Häufig entwickeln sich unruhige Beine auch als Folge einer anderen Erkrankung. Auslöser des sogenannten sekundären RLS sind oft neurologische Leiden, etwa die diabetische Polyneuropathie, Parkinson oder Multiple Sklerose. Aber auch eine Nierenfunktionsstörung oder Eisenmangel können dahinter stecken. Außerdem gehört RLS zu den möglichen Nebenwirkungen mancher Psychopharmaka und Antidepressiva. Frauen leiden gelegentlich während der Schwangerschaft an unruhigen Beinen. Die Beschwerden verschwinden nach der Geburt wieder. Oft aber finden Ärzte überhaupt keine Auffälligkeit bei RLS-Leidenden, und die Beine zappeln nachts trotzdem.

Ursachenforschung für die richtige Therapie
Solange die nächtlichen Zuckungen selten oder nur schwach auftreten, nehmen die Betroffenen sie meist einfach hin. „In diesem Stadium können Magnesiumpräparate helfen. Linderung verschafft es auch, die Beine mit kühlendem Franzbranntwein einzureiben“, rät der Neurologe Christian Maihöfner. Gegen stärkere Beschwerden wirken allerdings nur Medikamente, die in biochemische Prozesse des Nervensystems und des Gehirns eingreifen. Das ist vielen Patienten nicht nur unheimlich, die Arzneien können auch deutliche Nebenwirkungen haben. Übelkeit und Schwindel kommen am häufigsten vor. Wer allerdings Nacht für Nacht kaum schläft oder sogar in einem Kino- oder Konzertsaal nicht ruhig sitzen kann, ist dankbar für die effektiven Substanzen, die unruhige Beine schlagartig zum Stillstand bringen. „Viele Patienten empfinden die Medikamente fast wie ein ´Wunderheilung´“, weiß Christian Maihöfner aus Erfahrung mit langjährigen RLS-Patienten.

Eisenmangel und/oder Dopamin-Störung?
Bevor der Arzt eine Arznei verschreibt, sollte eine genaue Untersuchung Klarheit über die möglichen Auslöser bringen. Denn ein Eingriff in den Dopamin-Haushalt des Nervensystems ist nicht immer nötig. Steckt zum Beispiel Eisenmangel hinter den unruhigen Beinen, verschafft ein Eisenpräparat Linderung. Eine entsprechende Blutuntersuchung entdeckt auch möglicherweise gestörte Nieren- und Schilddrüsenwerte als RLS-Ursachen. Behandelt der Arzt die zugrunde liegenden Erkrankungen, verschwindet auch die nächtliche Beinunruhe.

Scheiden solche RLS-Auslöser aus, führen Neurologen den sogenannten L-Dopa-Test durch. Dabei nimmt der Betroffene eine Dosis Levodopa ein, sobald die Symptome einsetzen. Das Gehirn wandelt diesen Wirkstoff in Dopamin um und bessert die Beschwerden sofort. Arzt und Patient können dann entscheiden, ob ein Dopamin-Ersatzpräparat die Beschwerden lindern soll. Die Neuro-Medikamente muss der Patient nämlich auf Dauer einnehmen. Eine Heilung vom Restless-Legs-Syndrom gibt es nicht, das sagen viele Schulmediziner. Alternativ- und Präventivmediziner haben hier eine andere Haltung. Sie arbeiten mit hochwertigen Mikronährstoffen sowohl im kurativen als auch im präventiven Ansatz und haben großen Erfolg.

Parkinson-Medikamente verhelfen zur Ruhe
Zu den wirksamsten Medikamenten gegen RLS gehören. laut Schulmedizin, Arzneien gegen die Parkinson-Krankheit, der ebenfalls eine Dopamin-Störung zugrunde liegt. Als Standard gegen leichtere RLS-Beschwerden gilt L-Dopa in Kombination mit Benserazid. Der Dopamin-Vorläufer L-Dopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Benserazid verzögert seinen Abbau. Gegen stärkere Beschwerden sind für die RLS-Therapie die sogenannten Dopaminagonisten Ropirinol, Pramipexol und Rotigotin zugelassen. Sie stimulieren Dopamin-Rezeptoren. „RLS-Patienten vertragen diese Medikamente meist gut, da sie in viel niedrigerer Dosierung verabreicht werden als es für Parkinson-Kranke der Fall ist“, sagt Christian Maihöfner. Einige Wirkstoffe gegen Epilepsie gelten ebenfalls als effektiv bei RLS, etwa Gabapentin und Pregabalin. In extremen Fällen kann auch ein starkes Schmerzmittel wie Oxycodon oder Tramadol angebracht sein. Hier besteht dann aber die Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit.

Verschlimmerung trotz oder wegen der Medikamente
RLS-Patienten, die Dopamin-Medikamente einnehmen, erfahren häufig ein Phänomen, das sich Augmentation nennt. Dabei kehren die zunächst verschwundenen Beschwerden trotz der Medikamente zurück, allerdings zu einem anderen Zeitpunkt als vor der Behandlung. Der Erlanger Neurologe sagt: „Normalerweise treten RLS-Symptome in der ersten Nachthälfte auf. Bei einer Augmentation kommen sie dann vielleicht erst gegen Morgen, dann aber ebenso stark wie in der Zeit vor der medikamentösen Behandlung.“ Levodopa mit verzögerter Freisetzung oder der Wechsel zu einem andern Wirkstoff können helfen.

Viel Beinarbeit, wenig Alkohol
Neben Medikamenten haben sich auch einige Vehaltensmaßnahmen gegen RLS bewährt, etwa Sport, der vor allem die Beine beansprucht. Laufen, Radfahren, Wandern wirken den Restless Legs entgegen. Auch Yoga, Pilates oder Tai Chi sowie Dehnübungen sind geeignet. Allerdings sollte es niemand übertreiben. Exzessives Training, vor allem gegen Abend, kann die Beschwerden in der folgenden Nacht verstärken. Kontraproduktiv sind auch reine Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder die Progressive Muskelrelaxation, weil der Patient dafür die Gliedmaßen bewusst ruhig halten muss.

Manche Betroffenen können ihre rastlosen Beine mithilfe des Kopfs ruhigstellen. Eine konzentrierte Beschäftigung mit Rätseln, Computerspielen oder einer Bastelarbeit kann so viel Ablenkung bieten, dass die Beschwerden nachlassen.
Christian Maihöfner hat auch noch einen Ernährungstipp parat: „RLS-Patienten sollten Zuckerersatzstoffe und Alkohol vermeiden, vor allem hochprozentigen. Beides verstärkt oftmals das Restless-Legs-Syndrom.“

Grundsätzlich kann man sagen, wie bei allen gesundheitlichen Beschwerden, sollte man den Ursachen sehr genau auf den Grund gehen. Ein Mangel an Mikronährstoffen in unterschiedlichster Form und Zusammensetzung ist für über 70% aller Erkrankungen und Beschwerden eine der Hauptursachen. Unter diesem Hintergrund sollte man ansetzen und sich gründlich untersuchen lassen. Leider zahlen die gesetzlichen Krankenkassen solche präventiven Maßnahmen nicht. Aber es lohnt sich immer, diesen Weg zu gehen und so eine Heilung anzustreben.

Quelle: u.a. focus.de

Empfehlen Sie diese Seite auch gern einfach mal weiter…!

Kategorie: Allgemein, Einschlafschwierigkeiten, endlich wieder gut schlafen, Medikamente zum schlafen, Schlafapnoe, Schlafkompression, Schlaflosigkeit, Schlafmangel, schlafprobleme, Schlafresriktion, Schlafstörungen, Schlaftabletten, Schlaftipps, schnarchen | 1 Kommentar »

Ein eBook schreiben / Schlafstörungen - was tun? / Eine perfekte Bewerbung schreiben / Bewerbungsgespräch erfolgreich bestehen /